Umweltschutz durch versteckte Baumaßnahmen

12.03.2026

Die 4BHBTW bekam am 12. März die Möglichkeit, mit dem Projektleiter der Holding Graz Michael Wresounig die Tiefbaubaustelle in der Hilmteichstraße in Graz zur besichtigen.

Die Baustelle zeichnet sich dadurch aus, dass an der Oberfläche zwar viele Geräte zu sehen sind, jedoch das Bauwerke unterirdisch ohne große Grabungsarbeiten errichtet wird. Durch das „Microtunneling-Verfahren“ werden 2,80m lange Stahlbetonrohre, an deren Spitze ein Bohrkopf, vergleichbar mit dem Bohrkopf einer Tunnelbohrmaschine, sitzt, im Erdreich bis zu 450 m in einem Stück hineingepresst. Durch dieses Verfahren ist es möglich, einen Regenwasser-Speicherkanal mit einem Innendurchmesser von 2,00 m und einer Gesamtlänge von 630 lfm in 5-10 m Tiefe unter der Straßenoberfläche und unter den bestehenden Leitungen herzustellen. Das Verfahren hat mehrere Vorteile gegenüber konventionellen Grabarbeiten. Es bedarf weniger Platz an der Oberfläche, es bedarf weniger Zeit und es werden, was in der heutigen Zeit von hohem Interesse ist, weniger LKW-Fahrten benötigt, wodurch das Verkehrsaufkommen verringert wird.

Neben dem baubetrieblichen Aspekt sind natürlich auch die Gründe für diese umfangreichen Arbeiten von Interesse. Da die meisten Kanäle in Graz als Mischwasserkanäle genutzt werden, kam es in den letzten Jahren auf Grund der öfter auftretenden Starkregenereignisse vermehrt zu Überlastungen und der darin ein heimgehenden Ausleitung des verschmutzten Regenwassers in den Mariatrosterbach. Im Speicherkanal wird das verunreinigte Mischwasser bei Bedarf zwischengespeichert und nach dem Regenereignis kontrolliert in das Kanalnetz eingeleitet.

Mit vielen neuen Informationen und Erkenntnissen ausgestattet, beendete die 4BHBTW die Exkursion und freut sich nun darauf, das neu gelernte Wissen im Unterricht zu verfestigen.