Drei Monate Granada – Erasmus+

Emily Shuttleworth
Fachsparte: Film
Granada, Spanien
12.08.2025 – 26.11.2025

Das ist das dritte Mal, dass ich an einem Erasmus+ Projekt teilnehmen darf. Ich bin gerade in Granada, Spanien ein Individualpraktikum machen. Die Stadt ist wunderschön, eine Mischung aus europäischer und Nordafrikanischer Architektur, und voller Studenten, was natürlich zu einem reichen Nachtleben führt. Angekommen bin ich mitte August nachdem ich mit dem Zug von Österreich nach Südspanien gereist bin, eine Strecke die in meinem entspannten Tempo 5mTage gedauert hat, und ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde. Ich konnte auf dem Weg Paris und Barcelona erkunden, und mich in den sieben Stunden langen Zugfahrten meinen Büchern widmen.

Granada ist von der Größe her ungefähr mit Graz vergleichbar, viel entspannter als Lisbon oder Tokyo (meine zwei anderen Erasmus Plus Erfahrungen).

Ich mache hier ein drei Monatiges Praktikum als “Art Assistant”. Spezifisch stelle ich Gipsornamente für Souvenirladen her. Das sind verkleinerte Replikate der Islamischen Kunstfließen die Gebäude wie die Alhambra schmücken. An der Herstellung mache ich vom Gießen bis zur Verpackung so ziemlich alles, Arbeit die teilweise aufgrund der Größe der Stücke viel Feingefühl erfordert. Für mich passt das Praktikum auf jeden Fall, vor allem wegen den etwas flexibleren Arbeitszeiten und der angenehmen Atmosphäre. Die Arbeitszeiten hier in Spanien sind anders als in Österreich, die Geschäfte öffnen etwas später, und die meisten Betriebe machen eine längere Mittagspause, die Siesta, um die zwei Stunden. Dafür hat alles aber später offen. Durch die Hitze erklärt sich diese Arbeitsteilung schnell, denn im Sommer ist die Hitze in den hohen dreißigern bis zu sogar 40 °C, was die Temperatur erst nach Sonnenuntergang (zumindest für mich) erträglich macht.

Dafür gibt es dann am Abend auch einiges zu machen. Besonders gibt es für Erasmusteilnehmende mehrere Organisationen (die bekannten sind Bestlife, Erasmus Student Network und Emycet) die verschiedene Ausflüge oder Aktivitäten organisieren. Das reicht von Touren der historischen Altstadt, Picnics im Park und Tagesausflug zum See, bis hin zu Pub Quizzes, Club Parties und Beerpong Tournamente. Es gibt jeden Tag wirklich volles Programm, ein super Ort neue Leute kennenzulernen und gemeinsam Erfahrungen auszutauschen. Es sind auch wirklich Studenten aus aller Welt unterwegs, ich habe bisher, mit der Antarktis als einzigen Ausnahme, Leute von allen Kontinenten getroffen.

Da das Praktikum drei Monate lang ist durfte ich auch mehr als nur Granada erkunden. Meine Familie kam zu Besuch und wir fuhren gemeinsam nach Gibraltar, in Malaga verbrachte ich auch ein Wochendende, und ende Oktober habe ich durch bestlife eine fünftägige Reise nach Marokko gebucht.

Mir persönlich gefällt es in einem anderen Land zu arbeiten. Man bekommt eine ganz andere Kultur mit als nur kurz durchzureisen, obwohl die Reisetage natürlich am aufregendsten sind, aber vor allem habe ich durch die Erfahrungen jetzt viel mehr Selbstsicherheit in der Welt generell zurecht zu kommen. Vor allem durfte ich für Granada das Budget von Erasmus selbst verwalten, sowie selber meine Praktikumsstelle und Anreise buchen, was bisher alles super funktioniert hat. Ich kann auch von dem Erasmus Geld alleine leben, also ist das eine Möglichkeit die man in Anspruch nehmen kann, auch wenn man sonst nicht genug Mittel hätte (im Grunde ist es einfach Reisen und Arbeiten). Ich finde es wahnsinnig cool dass wir in einer Zeit leben in der das internationale Reisen in der EU so frei und unterstützt ist, und bin daher auch super dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit hatte so etwas zu machen. Alles in allem würde ich also Erasmus+ auf jeden Fall weiterempfehlen.

Und an alle die es sich überlegen, aber vielleicht ein bisschen eingeschüchtert sind von der Vorstellung; ich hatte bisher bei jedem Trip davor die Panik was ich da überhaupt mache, und ich habe es noch nie bereut.